25 jul. 2018

Derecho y Emoción


Recht und Emotion I
Verkannte Zusammenhänge
Hilge Landweer und Dirk Koppelberg (Hg.)
Freiburg / München: Verlag Karl Alber, 2016, 456 pp.
ISBN: 978-3-495-48817-1

 
Auf den ersten Blick scheinen die Bereiche von Recht und Emotionen wenig miteinander zu tun zu haben, ist doch die Auffassung weit verbreitet, dass die Sphäre des Rechts von Normen und Werten bestimmt wird, deren Entstehung und Geltung unabhängig von Emotionen sind und auch sein sollten. Das Ziel des vorliegenden Bandes besteht darin, diese etablierte Auffassung in Frage zu stellen und näher zu erkunden, wie der Bedeutung von Rechtsgefühl und für die Sphäre des Rechts einschlägigen Emotionen angemessen Rechnung zu tragen ist. Leitend ist dabei die Frage, welche Emotionen welche Rolle im Bereich des Rechts spielen und gegebenenfalls auch spielen sollten. Der vorliegende Band stellt dazu Antworten und Vorschläge aus Philosophie, Rechts-, Geschichts-, Literatur- und Filmwissenschaft sowie aus der Soziologie vor. Genauer analysiert werden in diesem Zusammenhang u.a. Empathie, Empörung, Rache, Reue, Scham, Schuld, Vergebung, Versöhnung und Zorn in rechtlichen Prozessen. Insgesamt bieten die Beiträge eine Einführung und Grundlegung des neuen interdisziplinären Forschungsbereichs „Recht und Emotion“, der in der angelsächsischen Welt seit ca. 15 Jahren intensiv bearbeitet und mit diesem Band erstmals für den deutschsprachigen Bereich erschlossen wird. Ein weiterer Band „Recht und Emotion II“ ist in Vorbereitung.

Mit Beiträgen von Fabian Bernhardt, Dieter Birnbacher, Ute Frevert, Matthias Grotkopp, Julia Hänni, Marcel Humar, Susanne Karstedt, Ingrid Kasten, Dirk Koppelberg, Hilge Landweer, Maria-Sibylla Lotter, Jeffrie G. Murphy, Hermann Schmitz, Rainer Schützeichel, Lauren Ware

 
Hilge Landweer ist Professorin für Philosophie an der Freien Universität Berlin.
Dirk Koppelberg ist Privatdozent für Philosophie an der Freien Universität Berlin.





Recht und Emotion II
Sphären der Verletzlichkeit
Hilge Landweer und Fabian Bernhardt (Hg.)
Freiburg / München: Verlag Karl Alber, 2017, 376 pp.
ISBN: 978-3-495-48880-5

 
Dieser Band setzt das in Recht und Emotion I. Verkannte Zusammenhänge (2016) begonnene Vorhaben fort. Dieses impliziert zugleich eine Abkehr von der lange Zeit vorherrschenden Auffassung, dass die Sphäre des Rechts einen affektfreien Raum bildet oder vielmehr bilden sollte. Vielmehr gilt es zu untersuchen, welche Emotionen in welcher Weise für das Recht wichtig, sogar nötig sind und wie umgekehrt rechtliche Prozesse auf Emotionen einwirken. Hierzu versammelt der vorliegende Band Beiträge aus der Philosophie, der Rechtswissenschaft und der Literaturwissenschaft. Behandelt werden unter anderem rechtsrelevante Emotionen wie Scham, Zorn und Empörung, die Frage des Verzeihens, aktuelle Phänomene wie das Coaching von Richter*innen, das sogenannte Recht auf Wahrheit, die neuerdings zu beobachtende Renaissance von Schamstrafen sowie der Einfluss, den Emotionen auf die Theorie und Praxis des Rechts im Allgemeinen ausüben. Einen gemeinsamen Bezugspunkt bildet dabei der Gedanke, dass das entscheidende Relais zwischen Recht und Emotion in der Erfahrung der Verletzlichkeit zu suchen ist. Dem Unrecht, das begangen wird, entspricht das Unrecht, das jemand erleidet. Dieses Erleiden aber ist seinerseits konstitutiv an die Verletzlichkeit Gebunden. Sowohl das Recht als auch das Feld der Emotionen lassen sich als Sphären auffassen, die auf jeweils spezifische Weise auf Erfahrungen der Verletzlichkeit antworten. Der Sinn für Gerechtigkeit erweist sich damit auch als ein Sinn für Verletzlichkeit.

Mit Beiträgen von Susan A. Bandes, Fabian Bernhardt, Dina Emundts, Svenja Flaßpöhler, James E. Fleming, Charles L. Griswold, Klaus Hoffmann-Holland, Johannes Koranyi, Hilge Landweer, Carina Pape, Anne Reichold, Bastian Ronge, Sibylle Schmidt

 
Hilge Landweer ist Professorin für Philosophie an der Freien Universität Berlin
Fabian Bernhardt ist Doktorand der Philosophie an der Freien Universität Berlin

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